Seelenübungen

Bei einer Seelenübung setzen wir uns mit verschiedenen Inhalten, Objekten oder einfachen Körperübungen auseinander, um das Bewusstsein zu schulen. Der Mensch besitzt drei Bewusstseinskräfte – das Denken, das Fühlen und den Willen. Diese Kräfte sind oftmals miteinander verwickelt, sodass die Gefühle oder das Willensleben unbewusst das Denken steuern und beeinflussen.

Eine Seelenübung geht von einem konkreten Inhalten oder Gedanken aus, der in eine objektive Vorstellung geführt wird, während der Übende die subjektiven Assoziationen und Emotionen zurückweichen lässt. Dieser Vorgang führt ganz natürlich zu einer Differenzierung und Ordnung des Denkens, Fühlens und der Willenskraft. Durch die Übungsweise erweitert sich das seelische Empfindungsleben, die Konzentrationsfähigkeit wird gefördert und das Nervensystem beruhigt sich.

Textarbeit

Meditationstexte, geistige Schriften oder philosophische Texte erschließen sich manchmal nicht gleich dem Leser, da die Art und Weise der Formulierungen und der Wortwahl auf den ersten Blick unverständlich erscheinen. Um den tieferen Sinngehalt besser zu verstehen, ist es förderlich die Texte auf objektive und konzentrierte Weise zu bewegen. Das Lesen mit Aufmerksamkeit, Objektivität und Hinwendung offenbart Texte auf eine neue Weise und bereichert unsere Seelenkräfte.

Pflanzenbetrachtung

Pflanzen werden oftmals nur unbewusst oder mit emotionalen Gefühlen betrachtet. Eine objektive Anschauung einer Pflanze mit bewusster Wahrnehmung eröffnet eine neue Perspektive gegenüber der Natur. Im ersten Schritt widmen wir uns einer konkreten Betrachtung und Beschreibung der Pflanze. Daraufhin bewegen wir Fragestellungen, wie z.B. „Welche Kräfte wirken an der Pflanze?“ Diese Art der Übung fördert die Wahrnehmungsfähigkeit und lässt der Pflanze aufbauende Kräfte zukommen.

Eine umfassende Beschreibung und weitere Übungen befinden sich im Buch „Übungen für die Seele“ von Heinz Grill.